Hallo meine Lieben,
immer wieder wird diskutiert, wie viel Neubau Deutschland eigentlich wirklich braucht. Die Immobilienpreise klettern nicht mehr so unaufhaltsam wie noch vor einigen Jahren, während die Mieten vielerorts rasant steigen. Das alles wirft die Frage auf: Müssen wir weiter wie wild neue Wohnungen bauen oder ist es Zeit, einen Gang runterzuschalten?
Neubau, aber wo und wie viel?
Es gibt zwei Hauptlager in dieser Debatte: Die einen sagen, wir brauchen unbedingt mehr Wohnungen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen. Die anderen behaupten, wir bauen zu viel – vor allem dort, wo es kaum Nachfrage gibt.
Laut dem Empirica-Blasenindex werden in 129 Kreisen zu viele Wohnungen gebaut. Das bedeutet, es entstehen Wohnungen, die gar nicht gebraucht werden, während in anderen Regionen dringend Wohnraum fehlt. Vor allem die sogenannten "Schwarmstädte" wie Leipzig, Berlin oder Hamburg erleben weiter steigende Preise und eine hohe Nachfrage. Gleichzeitig gibt es Regionen, in denen die Bevölkerung schrumpft und neuer Wohnraum eher für Leerstand als für Entlastung sorgt.
Preise, Mieten und das Blasenrisiko
Ein weiteres wichtiges Thema ist das Verhältnis zwischen Kaufpreisen und Mieten. Die Gefahr einer Immobilienblase sinkt zwar, da Mieten schneller steigen als Kaufpreise, aber gerade in den Metropolen ist das Risiko immer noch hoch. Besonders in München und Dortmund sieht der Empirica-Index ein "hohes" Blasenrisiko. In 333 Kreisen sind die Kaufpreise den Einkommen davon galoppiert, was für viele Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden in weite Ferne rücken lässt.
Was bedeutet das für den Wohnungsbau?
Der Markt ist also im Wandel. Während in Wachstumsregionen weiter gebaut werden muss, sollten wir in Regionen mit sinkender Nachfrage umdenken. Der blinde Fokus auf Neubau ist nicht immer die richtige Lösung. Vielmehr könnte eine bessere Nutzung des vorhandenen Wohnraums, Sanierungen und Umwidmungen von Büro- oder Gewerbeimmobilien helfen, den Bedarf zu decken, ohne Überkapazitäten zu schaffen.
Gezielter statt massenhaft bauen
Anstatt wahllos auf Neubau zu setzen, sollte der Fokus stärker auf durchdachte Stadtentwicklung gelegt werden. Der Bedarf ist da – aber eben nicht überall gleich. Ein intelligenter Mix aus Neubau, Sanierung und Umnutzung könnte die Lösung sein, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu sichern, ohne neue Leerstände zu riskieren.
Comments